graf
barbara
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biografie:
geboren 1963 in
winterthur,
1985-90 studium in wien universität für angewandte kunst.
preise:
1985/86/87 werkbeiträge des kantons zürich
1990 förderpreis der stadt winterthur
1996 kairostipendium stadt winterthur/ksk
1998 cité internationale des arts paris
einzelausstellungen (auswahl):
1988,91/94/97 galerie ge, winterthur
1998 galerie atrium ed arte, wien
1999 galerie marie-louise wirth, zürich
2001 projektraum wuk, wien kunstwerk des monats orf treffpunkt kultur
2001 galerie ge, winterthur
2001 online exhibition: www.artwomen.org
2002 galerie atrium ed arte, wien
2004 villa am aabach, "Anatomische Gewänder",Uster-ch
2005 Kunstkasten, winterthur-ch
gruppenausstellungen (auswahl):
1990 sommeratelier hannover-d
1991 kunstmuseum olten-ch, "freyheit"
1994 kartause ittingen, "positionen im raum" kunstmuseum thurgau, warth-ch
1995 spaces, hangzhou-china, wien, graz
1996 mashrabia gallery, travel kit, mit sadhyo niederberger, kairo
1996 kunsthaus glarus, "körper/identität..."
1997 landesmuseum linz-a, "papierskulptur"
1998 ignis kulturzentrum, köln-d
1998 no con ´98, 4ta. bienal internacional de arte experimental mendoza-argentinien
1999/2000 "flexible 3 - close to the body", linz-a, wroclaw-pl, tilburg-nl,
lancashire- gb,
bayreuth-d
1999 centre of arts - ekhnaton galleries, mit hazem el mestikawy, kairo
2000 kunsthalle steyr-a, "case aspects"
2001 8. internationale kairo biennale, kairo
2001/2002 "die zweite hautkunst und kleidung", frauenmuseum meran-I,
museum bellerive zürich-ch, frauenmuseum hittisau-a
2003 "metamorphosen", sammlung universität für angewandte
kunst, györ und budapest-h, syros und athen-gr, eisenstadt-a
2003 aarbergerhus, "Kunst-Textil" mit Susan Hodel, ligerz-ch
2004 kunsthalle szombathley-h, "made of paper"
2004 kunstmuseum olten-ch, "zwischen zwei zügen-kunst aus dem handgepäck"
2005 nö dokumentationszentrum für moderne kunst, st.pölten-a,"trap-labyrinth"
texte:
ein zentrales prinzip in den arbeiten
barbara graf's ist das bedecken und blosslegen, die verschiebung von körperschichten,
das separieren in einzelteile und das überführen in das temporär
ganze.
mit den "anatomischen gewändern" nimmt barbara graf eine position
von flexibler skulptur ein. die aus stoff oder karton gearbeiteten werke beziehen
sich auf die menschliche anatomie, als gewand getragen bilden sie zusammen mit
dem körper eine bewegliche skulptur. als installation in den raum gehängt,
tritt das analytische und anatomische system in den vordergrund und gleichzeitig
wird die entstehung verdeutlicht: die einzelteile, das schnittmuster.
exemplarisch für die flexibilität, für das anatomische skulpturale
prinzip steht die arbeit "multiple function elements" (kairo 2001):
die grundeinheit besteht aus spiegelsymmetrischen hälften; diese sind aus
der form der zwei chromatiden abgeleitet, welche zusammen das chromosom bilden.
jedes element birgt in sich die ganze varietät von zwei- und dreidimensionaler
formen, die daraus gebildet werden können. die elemente beziehen sich auf
kleinste teile des menschlichen organismus; gleichzeitig werden sie zur makrostruktur
und bedecken den körper: sechs grundeinheiten formen ein jackett - vier
grundeinheiten bilden das crossing-over, die rekombination der chromatiden bei
der zellteilung - mehrere elemente werden zu einer wirbelsäule - oder beliebig
viele elemente breiten sich auf der wand zu einem abstrakten muster aus.
ist einmal die abwesenheit des leibes das themas, indem er eine leere hülle
hinterlässt tritt der körper alsbald mit in einer irrtierender präsenz
und analytischer präsizion in den raum. der körper ist nicht mehr ein
rückzugsort für idenditätskonstrukte - er es nicht nur antastbar
geworden, sondern die grenzen von natürlichem und kulturellem körper
verschieben und lösen sich stetig mehr auf.
die wissenschaftlich-technisch gezeichneten gebrauchsanweisungen dienen zum zusammenfügen
und späteren zerlegen der körperskulptur, in der dazugehörigen
tasche wandelt sie sich zu einem nomadischen handgepäck.