Manfred Schoch

20.1. - 25. 2.2018
oxyd Kunsträume:
«konkret – erlebt»
Retrospektive Manfred Schoch

oxyd Kunsträume, beim Bahnhof Winterthur Wülflingen
Wieshofstrasse 108, 8408 Winterthur

20.Januar - 25. Februar 2018
Vernissage: Samstag, 20. Januar 2018, 17.30 Uhr

Manfred Schoch war einer der sieben Winterthurer Konkreten, alle bekannt für konsequentes Arbeiten mit Formen und Farben, die nichts als sich selbst bedeuten.
Für den Katalog einer gemeinsamen Ausstellung 1974 schrieb einer der Überväter, Max Bill, das Vorwort. - Geboren ist Schoch 1932 in Winterthur, gestorben 2015 daselbst. Mascho, so sein Name im Freundeskreis, war eine Instanz: er debattierte leidenschaftlich, engagierte sich kulturpolitisch, er hatte Erfolg, Kunsthalle und Kunstmuseum Winterthur luden ihn 1993/94 zu einer Einzelausstellung ein. Eine Zeitlang präsidierte er die Winterthurer Künstlergruppe. In den späteren Jahren zog er sich zurück und arbeitete mit unendlicher, mönchischer Geduld an einem unvergleichlichen Alterswerk, grossenteils mit Farbstiften in bescheidenen Formaten.

Nach einer Lehre als Schriftenmaler und ohne akademische Grundausbildung erste Versuche, angeregt von Edward Munch. 1959 Übergang zur Konkreten Kunst und zunächst ganz den mathematisch-geometrischen Ordnungen verpflichtet. Gefördert durch Camille Graeser und Richard P. Lohse, denen Schoch freundschaftlich verbunden blieb. Schnell fand er einen eigenen Ansatz mit plastisch-räumlichen Wirkungen, z.B. von Pyramiden, wobei er durch abgestufte Farben dem Licht eine hohe Beachtung schenkte. Er liebte die leiseren Töne und adelte sie als Stimmungsträger. Helle Elemente leuchten aus dem Dunkel und sind bezaubernde Lichtwunder vieler Werke.

Diese überraschende Wende ins Eigenste und sogar Existentielle setzte Schoch im Laufe der Achtziger Jahre, in seinem sechsten Lebensjahrzehnt, in Gang. Waagrechte Horizonte oder nach zwei Seiten hin abfallende Schrägen evozierten Meere, Dächer, Berge, Himmel. „Fensterbilder“ nannte sie Schoch. „Verrat an der konkreten Kunst!“, riefen kritische Stimmen. Doch entstand hier eine neue lyrische Qualität, ein emotionaler Ausdruck durch konstruktive Mittel. Es verwundert nicht, dass Schoch „Interaction of colours“ von Josef Albers schätzte und von den Zürcher Konkreten am meisten Verena Loewensberg. Und Giorgio Morandi, weswegen der Stubenhocker, der er war, noch spät einmal nach Bologna pilgerte.

Die Ausstellung mit ausgewählten Werken aus dem Nachlass veranschaulicht mit über 100 Arbeiten den gesamten künstlerischen Weg von Manfred Schoch.